Sommerspecial 2026/3

20. July 2026


AUA!

Wir – die Leseanimatorinnen Brigitte Bracher, Carmen Lüthi, Corinne Schlüchter, Kathrin Blum, Marlies Mertl, Sibylle Künzle, Simone König und Ursina Hollenweger – freuen uns, euch unsere Verslisammlung zum Buch «AUA!» von Karsten Teich zu präsentieren.

Der Klappentext bewirbt das Buch so:  

«Auaaaa! Der Löwe ist empört: die Maus hat ihn getreten und das tut sooo weeeeh! Schnell kommen die anderen Tiere angerannt und versuchen, dem Löwen zu helfen. Der Elefant pustet, das Lama versucht’s mit Spucke und der Tintenfisch bietet eine tröstende Umarmung an. Aber nichts hilft, der Löwe brüllt noch immer vor Schmerz. Da kehrt die kleine Maus zum Tatort zurück…»

Unserer Meinung nach bietet «AUA» originelle Charaktere, einen ansprechenden Zeichnungsstil und eine gute Prise Humor. Die überraschende Wendung (welche hier nicht verraten werden soll) hält manchem Erwachsenen den Spiegel vor und lädt dazu ein die Geschichte gleich nochmals anzuschauen.

Die Themen «sich verletzen», «verarzten» und «trösten» sind eng mit der Lebenswelt der Kinder verknüpft. Dies spiegelt sich auch in der Vielzahl an Versen und Liedern, die es zum Trösten gibt. Viele von uns Animatorinnen dichten auch gerne bestehende Lieder für unsere Zwecke um oder erfinden eigene Verse. So ist ein bunter Strauss von Versen und Liedern entstanden, welchen wir gerne mit euch teilen möchten.

Allgemeine Verse vom «Krank sein»

Hatschi (Fingervers)

Dä seit Hatschi,
Dä seit Gsundheit,
Dä seit danke,
Dä seit bitte,
U de chli Stumpe schnützt grad i sy Schnuderlumpe.
(überliefert)

Häsli i de Gruebe

Häsli i de Gruebe sitzt und schlaft, sitzt und schlaft
Arms Häsli, bisch du chrank, dass du nüme hüpfe chasch?
Häsli hüpf, Häsli hüpf!
(Friedrich Fröbel)

Klageverse – denn manchmal muss vor dem Trösten der Schmerz raus!

Hilfe, es tuet so weh! von Kathrin Blum

aus «Händ und Füess» von Gerda Bächli, Text abgeändert von Ursina Hollenweger

Verse zum Trösten und Verarzten

Heile, heile säge

Heile, heile säge
drü Tag Räge
drü Tag Sunneschi
und alles isch verbi verbi.
(tradiert)

Heile, heile Chätzli

Heile, heile Chätzli
s Büsi hat vier Tätzli
Vier Tätzli und e lange Schwanz
morn isch alles wieder ganz.
(tradiert)

Trostvers

Puschte, puschte Wind,
furt ihr Tränli gschwind.
Will dir öpis is Öhrli säge
und ganz fin im Chreisli träge,
puschte, puschte Wind,
hei, da lacht mis Chind.
(aus: Wi-Wa-Wickeltisch: Kuschel-, Kitzel-, Krabbelverse für die Kleinsten, Dressler Verlag, angepasst von Simone König)

Wickle, wickle

Wickle, wickle, je, oje,
de Finger tuet mir hüt so weh!
U wägg, u wägg, u immer meh:
Itz tuet dr Finger nümme weh!
(überliefert)

Verband-Lied

E Verband für ad Hand –
E Verband cha auerhand.
Dass s nümm weh tuet, wirsch gseh.
Chumm, häb häre, i verbinge de.
(Brigitte Bracher)

QR-Code mit dem Handy scannen, um das Lied zu hören.

Lama-Spuck-Rap

Chpf, chpf, chpf, ch – i spöi dir uf dis «Weh»
Chpf, chpf, chpf, ch – de duets nümm weh, wirsch gseh.
Das seit s Lama mit viu Elan
u spöit am Löi de uf si Arm.
(Brigitte Bracher)

Pflaster-Fingervers

Dr Löi, dä rüeft: «Aua, auaa!
D Muus, die het mit tschaupet gha!»
Dr Elefant blaast u git sis Bescht`-
dr Tintefisch, dä häbt dr Löi ganz fescht.
Ds Lama seit: «I spöie druf.»
D Spinnele meint: «Ohni Verband hört das nid uf.»
Da seit s Müüsli: «S duet mr leid, i mach di wieder ganz.»
U chläbt am Löi es Pflaschter ufe Schwanz.
(Corinne Schlüchter)

Melodie von «Chömed mir wänd spiile», Text von Ursina Holleneweger (Anm.: je nach Silbenzahl braucht es einen Auftakt mit dem Ton /d/ oder eine Anpassung der Notenwerte).

De Elefant de tuet jetzt blase, blase, blase
de Elefant de tuet jetzt blase, hilft ächt das ?

De Tintefisch tuet umarme…

S’Lama tuet druf spöitze…

D’Spinne tuet verbinde…

S’Müüsli chläbt äs Pflaschter, äs Pflaschter, äs Pflaschter,
s’Müüsli chläbt äs Pflaschter uf de Schwanz.

Die hilfsbereiten Kuscheltiere warten auf ihren Einsatz.
Es wurde gewickelt und geklebt, was das Zeug hält.

Die Kinder waren bei allen Animatorinnen mit Eifer dabei, es wurde (mit Gusto) mitgelitten, Diagnosen wurden aufgestellt, Stofftiere verarztet und getröstet. Wenn das nicht medizinische Frühförderung ist! Falls ihr, liebe LeserInnen, euch in 20 bis 30 Jahren in medizinische Behandlung begeben müsst und an eine kompetente Fachperson gelangt, dann fragt diese doch bitte, ob sie als Kind Leseanimationen besuchen durfte. Und falls die Antwort «ja» ist, dann würden wir uns über eine kleine Dankeskarte (Blumen und Schokolade gehen auch) freuen.

In diesem Sinne wünschen wir euch einen erholsamen Sommer und gute Gesundheit!