Erinnerung aus unserer Kindheit – Bildwelten und Bücher
Bildwelten und Bücher
von Anny Schmucki
Trotz intensiver Suche auf dem Estrich – zwischen altem Gerümpel, längst vergessenen Schätzen, Spinnweben und Staub – habe ich mein Lieblingsbuch aus Kindertagen nicht gefunden. Ich habe es aber noch deutlich vor Augen: 10 liebenswert-gruslige Gespenster, welche die tollsten Abenteuer erleben und dabei eins nach dem anderen verloren gehen (da warens nur noch neun, acht, sieben,…), bis am Schluss wieder alle vollzählig sind (da waren’s wieder zehn).
Und genau das war für mich der Reiz dieses Buches: Die Gespenster verschwinden zu lassen und sie wieder hervorzuholen – vor und zurück – immer und immer wieder. Natürlich hat mich auch das Gruselige fasziniert; die Vorstellung, mit einem Gespenst Bekanntschaft zu machen…
Aber eben: Gespenster lassen sich nicht so leicht finden – wie verschollene Bücher auch nicht. Also habe ich mich mit einer neueren Ausgabe getröstet.

Ich arbeite im Kindergarten und DAZ-Unterricht damit: Vor und zurück – immer und immer wieder. Beim gemeinsamen Anschauen und Erzählen erweitern wir unseren Wortschatz (Grusel- und andere Wörter), heulen auf verschiedenste Arten (Stimmbildung, Mundmotorik, Vokale), zählen, beobachten, fantasieren, rätseln, singen und lernen Verse. Der absolute Lieblingsvers ist momentan folgender Klatschvers:
Das kleine Nachtgespenst
Das kleine Nachtgespenst, -spenst, -spenst
kommt immer wenn du pennst, pennst, pennst.
Es klopft ans Fenster laut, laut, laut,
bevor es dich anschaut, -schaut, -schaut.
Lass deine Augen zu, zu, zu,
dann lässt es dich in Ruh, Ruh, Ruh.
Es dreht sich um ganz sacht, sacht, sacht,
verschwindet in der Nacht, Nacht, Nacht.
Du siehst dich um im Raum, Raum, Raum
und weisst, es war ein Traum, Traum, Traum.
(Aus: Klatschspiele und Sprechzeichnen von Sabine Doerig / Verlag an der Ruhr 2026)

Ein Buch, um das Gruseln zu (ver) lernen!
