Sommerspecial 2026/4
Sommer, Sonne & Spielplatz-Spass
In unserem Sommer-Special «Ein Buch – viele Leseanimatorinnen» nehmen wir euch heute mit auf den Spielplatz. Wir, das sind: Corinne Schlüchter, Susi Fux, Sandra Hirt und Brigitte Bracher.
Statt einer Erfrischung im kühlen Nass kommt die Erfrischung heute vom Windstoss, der beim Rutschbahn rutschen durch die Haare weht – wenn man denn auch wirklich rutscht…

Beim lustigen Pappbilderbuch «Rutsch doch Dachs» von Susanne Strasser geht es genau darum. Eigentlich möchte der Dachs die Rutschbahn runterrutschen, doch als er oben ist, ist er sich gar nicht mehr sicher, ob er das wirklich will und deshalb bleibt er erstmal sitzen und schaut herunter. Es nützt auch nichts, dass ein Tier ums andere dazu kommt und den Dachs zum Rutschen auffordert.
Sandra spricht sicher für uns alle, wenn sie erklärt:
«Mir gefällt der Aufbau des Bilderbuches als Reihengeschichte mit stets wiederkehrendem Muster und die Schlichtheit der Gestaltung. Langweilig wird es nie, denn, wie wir es von Susanne Strasser gewohnt sind, gibt es einen vermeintlichen Schluss – als das Kind und alle Tiere mit dem Dachs rutschbereit auf der Rutsche sitzen. Dann, oha, stellt sich heraus, dass Dachs doch noch immer nicht rutscht und in der Geschichte entsteht so diese lustige Zusatzschlaufe kurz vor dem Ende. Auch gefällt mir die Geschichte der kleinen Ameise – ob die Ameise die anderen Tiere und das Kind auffangen kann? Wir wissen es nicht…»
Corinne will den Dachs in ihrer Leseanimation zusammen mit den Kindern und Eltern ermuntern, den Mut zu finden, die Rutschbahn herunterzurutschen. Deshalb zeigen sie es dem Dachs auch vor und wiederholen den Spruch: «Ufestige, ufestige, acherütsche!» immer wieder auf andere Arten, eine davon ist die Fingertreppe:
Video1: video1_rdd_fingertreppe_corinne
Weitere Varianten, die gleich bei mehreren Animationen gemacht wurden, sind zum Beispiel das Bauen einer Rampe und einer Rutsche aus Büchern:


Und natürlich durften die Kinder auch selbst rutschen über die Beine der erwachsenen Person oder auch so, wie es Susi in einer Kita gemacht hat: «Jedes Kind liess zuerst den Dachs beim Brett runterrutschen und folgte ihm dann selbst. Das kam super an.»
Bei Sandra und auch bei Brigitte kam noch ein anderes tolles Bilderbuch zum Einsatz: «Unser Spielplatz» von Daniela Chudzinski © 2026 Esslinger Verlag.

Bei Sandra lagen Bilder aus diesem Buch vor dem Start beim Eintrudeln bereit, so dass sich Gross und Klein bereits in die nachfolgende Thematik vertiefen konnten und gemeinsam zu zweit kleine Geschichten auf den Bildern entdeckt wurden – dialogisches Lesen in Aktion. Das war für Sandra auch eines der Highlights ihrer Animation.
Bei Brigitte gab es zuerst einen Marsch zum Spielplatz mit dem überlieferten und abgeänderten Lied:
Hütt isch wieder Zyt
zum ufe Spielplatz go,
mir si aui glücklech
u mache grad eso:

Zum Lied wurde im Rhythmus marschiert. Nach «eso» wurde etwas vorgezeigt und in der nächsten Runde zum Lied dazu gemacht, z.B.: hüpfen, klatschen, stampfen,…
Auf dem Spielplatz angekommen, durften die Kinder ein Bild aus dem Spielplatz-Buch genauer unter die Lupe nehmen. Die Kinder durften dabei entscheiden, in welcher Reihenfolge welche Spielgeräte besucht werden. Das Bild war auf einer Magnetwand montiert, so dass ein pinker Kartonkreis (mit Magneten auf der Rückseite) jeweils den Fokus auf das ausgewählte Spielgerät lenkte.

Zu jedem Spielgerät gab es eine Aktivität, ein Lied oder einen Vers und bei der Rutschbahn natürlich die Geschichte des Dachses. Durch die freie Wahl der Reihenfolge auf dem Spielplatz wurde jede Veranstaltung etwas anders. Das war auch für Brigitte selbst spannend: «Als die Rutschbahn einmal gleich zuerst ausgewählt wurde, stiegen wir gleich mit dem Buch vom Dachs ein. An der Stelle im Buch, wo alle anderen Tiere warten müssen, und das Kind auftaucht, habe ich dann unterbrochen und vorgeschlagen, zuerst einmal einige der anderen Spielgeräte auszuprobieren, wenn das beim Dachs so lange dauert. Später haben wir dann wieder beim Dachs vorbeigeschaut, in der Hoffnung, dass er doch noch rutscht.»
Natürlich gab es bei jeder von uns vier Leseanimatorinnen etwas, das nach Hause genommen werden durfte.
Susi hat einfache Rutschbahnen gebaut: Eine WC-Rolle halbieren. Bei einer Hälfte die Treppe schneiden und umbiegen, dann die Rutsche anklammern.
Video 2: video2_rdd_wcrollenrutsche_susi
Sandra hat jedem Kind einen Mini-Dachs mitgegeben, der vorher noch über die Bücherrutsche runterrutschen durfte. Die Figuren zur Geschichte hat sie beim Esslinger Verlag zum Download gefunden:
Diese Bilder kamen auch bei ihrer Erzählbühne zum Einsatz:

Bei Brigitte bekam jedes Kind eine Vorlage für eine Leselupe, mit der zuhause Wimmelbücher genau erforscht werden können. Die Leselupe ist selbst gezeichnet und darf gerne ausgedruckt und genutzt werden. Am besten nach dem Ausdrucken auf ein Stück Karton oder eine leere Tetrapack-Verpackung kleben, innen und aussen ausschneiden und fertig ist die Leselupe.

Und auch die Verse und Lieder bekamen die Teilnehmenden in Mini-Books, Faltbüchlein oder auf andere Weise mit nach Hause, sodass auch zu Hause die Lieblingsverse und Lieder weiterhin genutzt werden können. Bei einigen von uns finden sich in diesen Sammlungen jeweils QR-Codes, damit die Erwachsenen eine Singhilfe für die Lieder mit nach Hause nehmen können.
Zum Abschluss teilen wir gerne einige unserer liebsten Verse und Lieder zum Buch «Rutsch doch Dachs» und zum Buch «Unser Spielplatz»:
Ich gang jetzt go aberötsche,
aberötsche, aberötsche.
Ich gang jetzt go aberötsche,
das macht richtig Spass!
Lied (überliefert «s goht e Frau go Öpfel schöttle», Text abgeändert)

Schi, scha, schoukle,
mir schoukle här und hin.
Schi, scha, schoukle,
mängisch fescht und mängisch fiin.
Schoukle macht üs Spass- juhee!
Drum schoukle mir no viu, viu meh.
Schi, scha, schoukle,
mir schoukle hin und här.
Schi, scha, schoukle,
wüu schoukle isch nid schwär.
Lied (Brigitte Bracher)

Ri-Ra-Rutsch,
uf einisch machts de «Flutsch».
Lue mou Dachs, das isch nid schwär,
rütsch mr eifach hingerhär.
Vers (Corinne Schlüchter)
Ich schaukle hin ond schaukle här.
Schaukle, das isch gar ned schwer.
Schaukle, das cha jedes Chind,
1x langsam, 1x gschwind.
Höcher, schnäller ond o-o!
Gheisch abe – grad eso!
Kniereiter (Quelle unbekannt, abgeändert)
Ufe, abe uf dr Wippi-
Häb di fescht,
wüu mängisch spickts di.
Mou bisch obe,
mou bisch unge,
u zletscht mit Schwung
vor Wippi gsprunge.
Kniereiter (Brigitte Bracher)
Redli, Redli dräi di gschwind,
i bi ne chliine Wirbelwind.
I dräi mi immer rundherum,
jetz isch mr sturm, i gheie um.
Vers (Corinne Schlüchter)
Wir wünschen euch allen einen schönen Sommer, viel Spass beim nächsten Spielplatz-Besuch und viel Mut beim Rutschen!
Corinne, Susi, Sandra und Brigitte
