Sommerspecial 2026/1
Bahn frei für Schnecke
Wir freuen uns sehr, dass wir heute den Auftakt machen dürfen für das diesjährige Sommerspecial zum Thema: Ein Buch – viele Lesas.
Wir, das sind: Rahel Crescenti, Marianne Wäspe, Kathrin Baier, Sandra Hirt, Giusi Santoro, Brigitte Bracher und Marlies Mertl.
Es erwartet dich eine gewaltige Ladung an Ideen und Inspiration rund um das tolle Buch: «Bahn frei für Schnecke» von Corey R. Tabor, übersetzt von Ebi Naumann, 2025 erschienen bei Thienemann.

Klappentext: Lecker! Als Schnecke auf der anderen Strassenseite grüne Kohlköpfe erspäht, ist klar: Nichts und niemand kann sie aufhalten! Unbeirrt kriecht sie auf ihr Ziel zu und trotzt allen Gefahren. Als es zu regnen beginnt, lädt sie eine Gruppe verängstigter Ameisen zum Tee in ihr Schneckenhaus ein. So viel Zeit muss sein! Nach dem Schauer kriecht die Schnecke entschlossen weiter. Doch dann gibt es eine böse Überraschung. Muss Schnecke etwa auf den Kohl verzichten?
Eine charmante Geschichte, die auf humorvolle Art und Weise Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft feiert und über eine kleine Schnecke, die ihr Ziel nie aus den Augen verliert.
Eintrudelaktion und Einstieg in die Geschichte

Marlies:
Als Vorbereitung habe ich eine lange Papierbahn auf den Boden geklebt und verschiedene grüne Stifte bereitgelegt. Die ankommenden Kinder dürfen sich rund um das Papier setzen und Gras malen. Zum Einstieg in die Geschichte legen wir noch Stoffblüten und Steine auf das Papier, damit es wie eine schöne Wiese aussieht.
Gemeinsam studieren wir nun das Vorsatzpapier und raten, welches Tier hier seine Spur quer über die Wiese zieht. Schnell ist klar, dass es eine Schnecke ist. Wer möchte, nimmt jetzt einen farbigen Stift und zieht im Rhythmus der Musik seine eigene Schneckenspur quer über das ganze Papier. Wenn die Musik endet, zeichnen die Kinder eine Schnecke, dort wo sie gerade sind. Am Ende der Geschichte schneide ich die Schnecken aus und die Kinder dürfen ihre Schnecke mit nach Hause nehmen.

Sandra:
Für den Einstieg in die Geschichte steht eine kleine Kulisse aus Bilderbuch, Wiese und Gartenbeet. Im Beet ist nichts angepflanzt. Was sollen wir ansäen? Wir spielen verschiedene Ideen durch mit dem folgenden Vers:
Ärde chräbele, Ärde chräbele
Löchli bohre, Löchli bohre
Söömli säie, Söömli säie
Ärde druuf, Ärde druuf
adrücke, adrücke ond güüsse!
Spielvers, Massagevers | Quelle unbekannt
«Söömli» kann man ersetzen durch «Rüeblisöömli», «Sonnebluebe-Söömli» etc.
Kohl säen wir natürlich auch an. Der Kohl wächst besonders gut und wird nun sichtbar, indem die Kohlköpfe in die Erzählschiene gesteckt werden. Die Ideen der Kinder (z.B. Rüebli, Sonnenblume, Tomaten) zeichnen wir auf ein Papierchen und lassen diese auch «wachsen».
Danach überlegen wir, wer da auf dieser Wiese gerne unterwegs wäre. So lernen wir die Schnecke kennen. Wir betrachten eine echte Schnecke in der Insekten-Transportbox und besprechen, was wir über sie wissen und wie man sie hochhebt ohne sie zu verletzen. Besonders spannend ist, wenn wir sie auf einer leicht befeuchteten Glasfläche kriechen lassen und ihr dabei von unten zugucken.

Passend zur nachfolgenden Geschichte lernen wir die Plüsch-Schnecke Nelli kennen.
Die Schnecke erzählt, wie sie ihren Alltag in besonders schneckigem Schneckentempo bewältigt und wir probieren diese Langsamkeit gleich aus.
Oh wie langsam, oh wie langsam
chrüücht de Schnägg im Gras dehär.
Potz, do wörd i schneller laufe,
wenn i so n es Schnäggli wär!
Spielvers, Kitzelvers | überliefert
Was können wir auch noch? Hüpfen, gehen, klatschen, Hampelmann… Probieren wir es mal im Schneckentempo.
Danach kommt in der Kulisse die Strasse hinzu und die Schnecke erzählt, was ihr einmal passiert ist, als sie leckeren Kohl gerochen hat. Während der Bilderbuch-Geschichte kommt immer wieder das Lied:

Übrigens, im Haus der Plüsch-Schnecke können diverse kleinen Gegenstände versteckt und im richtigen Moment hervorgeholt werden.

Hauptteil
Rahel:
Als es zu regnen anfängt und die Schnecke merkt, dass die Ameisen Hilfe brauchen, lädt sie diese zu sich ins Schneckenhaus ein.
Zusammen mit den Kindern rätseln wir wie es in einem Schneckenhaus aussieht. Was braucht eine Schnecke dort drin? Was macht sie den ganzen Tag?
Idee: Lichtbilder vorbereiten

A4 Blatt mit «leeren» Schneckenhäuser vorbereiten und ein weiteres A4 Blatt mit den Ideen für die Innenräume. Blätter hintereinanderlegen und laminieren. Einzelne Schnecken ausschneiden.

Mit einer Taschenlampe kann nun von hinten geleuchtet werden und das Innenleben eines Schneckenhauses kommt zum Vorschein.
Bei mir hat es nur lustige und keine realistischen Sachen auf den Bildern – da am Schluss der Geschichtenzeit noch Sachbücher bereitliegen.
Brigitte:
Plötzlich beginnt es zu regnen, da lädt die Schnecke die Ameisen zu sich ins Schneckenhaus ein. Nun wird es dunkel. Im Buch folgt eine schwarze Seite. Gemeinsam sprechen wir zuerst meinen selbsterfundenen Schneckenhaus-Vers, danach rätseln wir, wie es denn wohl im Schneckenhaus drin aussehen könnte.
Schneckenhaus-Vers (Brigitte Bracher)
Inne drin im Schnäggehuus,
säg, was dänksch, wie gsehts dert us?
Hets äch dert e länge Gang
Oder ganz viu Bilder a dr Wang?
Ischs äch gmüetlech, troch und warm?
Oder hesch när Schliim am Arm?
Wenns wettsch wüsse chum grad mit,
mir schnaage ine-das wird dr Hit!
Abschluss der Geschichte
Brigitte:
Ganz nach dem Motto: «Glimmer geit immer!» haben wir zum Schluss der Geschichte Schneckenschleim-Spuren über den Unterarm gezogen und ein lustiges, kurzes Schnecken-Lied dazu gesungen. Dieses Lied kann langsam wie eine Schnecke, schnell wie eine Ameise, schmatzend, schleichend, etc. gesungen werden.
Schnecken-Lied (unbekannt)
Das isch z Schnägge-schliichi-mampfi-schliimi-schmatzi-schnaagii-Lied.

Wird der QR-Code mit der Handykamera gescannt, kann es angehört werden.



Bastel- und Spielidee

Rahel:
Ein Zeitungsblatt zu einem langen Streifen falten und als Schneckenhaus rollen. Mit Heftklammern die Rolle selbst fixieren und auf einer Klopapierrolle anheften. Ein Ende der Klopapierrolle ebenfalls mit Heftklammern schliessen – davor noch eine lange Schnur mittig anbringen. Am Ende der Schnur einen Holzstock befestigen, damit es dort umwickelt werden kann.
Am Kopf zwei kleine Löcher für die Pfeiffenputzer bohren- Pfeiffenputzer durchziehen und am Ende eine Perlenkugel aufziehen.
Körper mit ein bisschen Seidenpapier oder Packpapier füllen und einen lachenden Mund drauf zeichnen. Nun kann das Rennen starten.

Alle Schnecken haben hinten die gleich lange Schnur und werden auf der Strasse platziert.
Singen:
Chrücht es Schneckli, Chrücht es Schneckli,
uf Stross zmitzt, uf Stross zmitzt,
Ui, do chunt es Auto, Ui, do chunt es Auto
Weg wie de Blitz, Weg wie de Blitz!
Los geht’s – die Kinder drehen nun das Stöckchen schnell in der Hand und wickeln dadurch die Schnur auf. Wer die Schnecke schlussendlich ganz am Stock hat – hat sie gerettet!
(beide Händen müssen das Stöckchen drehen)
Marianne:
Mein Lieblingsbild aus dem Buch ist das Innere des Schneckenhauses, wo die Schnecke und die Ameisen mehr oder weniger gemütlich Tee trinken.

Bevor ich den Kindern das Bild aus dem Bilderbuch zeige, fordere ich sie auf, durch einen Spieltunnel zu kriechen und so selbst die Erfahrung zu machen, wie es sich anfühlt, in ein Schneckenhaus zu gelangen.
Bei der anschliessenden Bastelaktion möchte ich dieses herrliche Bild nochmals aufgreifen.
Dazu erhält jedes Kind zwei Kreise aus Papier, die oben miteinander verbunden und zusammengeklebt werden, sodass sich die Kreise wie eine kleine Tür öffnen lassen. Dies stellt nun das Schneckenhaus dar und lädt die Kinder dazu ein, kreativ zu werden und das Innere des Hauses zu gestalten. Doch zuerst starten wir mit dem äusseren Teil. Mit einem Farbstift malen wir langsam die Aussenform des Schneckenhauses auf das Papier und sprechen dazu folgenden Vers:
I dä Mitti fang i a,
mole Kreis um Kreis
bis i ä wunderschös Schneggehus ha.
Nun dürfen die Kinder das Innere des Schneckenhauses gestalten. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Zum Schluss dürfen die Kinder ihr Schneckenhaus auf einen vorbereiteten Schneckenkörper kleben. Damit die Schnecke vollständig ist, braucht sie ausserdem noch Fühler und Augen.



So sind wunderbare, kreative Schnecken-«Wohnungen» entstanden. Mit viel Fantasie und Liebe zum Detail haben die Kinder das Innere gestaltet – eine Schnecke besitzt sogar eine Playstation.
Giusi:
Im Anschluss an meine Leseanimation habe ich gemeinsam mit den Kindern eine Schnecke gebastelt. Nach Möglichkeit wähle ich Bastelarbeiten, mit denen die Kinder auch zu Hause weiterspielen können. So haben sie nicht nur Freude an ihrem Werk, sondern werden auch angeregt, die Geschichte nochmals aufzugreifen und im Spiel darüber zu sprechen.

Für diese Schnecke braucht es folgendes Material:
- einen runden Pappteller so gefaltet, dass in der Mitte der Körper hineinpasst
- der Körper besteht aus einem A4 Blatt, das zu einem Streifen gefaltet wird
- ein Stück Chenilledraht und zwei Wattekugeln oder Holzperlen für die Augen
- feste Schnur für die Leine
- Bostitch, Klebstoff und Filzstift

Zuerst gestalten die Kinder das Schneckenhaus ganz nach ihren Wünschen mit Farben und Verzierungen. Danach werden die einzelnen Teile zusammengesetzt und das Schneckenhaus mit einem Bostitch fixiert.
Die wundervollen Schnecken freuen sich nun darauf, mit ihren neuen Freunden auf Entdeckungsreise zu gehen und viele spannende Abenteuer zu erleben.

Weitere Ideen
Kathrin:
- Schneckenspuren malen
- Seilstücke in Spiralform hinlegen mit dem Vers:
Schnicke-Schnacke-Schnecke
Kriecht dort um die Ecke.
Langsam, langsam kommst du her,
oh, dein Häuslein, das ist schwer.
Schnick-Schnack-Schneck
kommst gar nicht vom Fleck - Wie Ameisen im Wohnzimmer Becker und Teller aufeinanderstapeln
- Versteckte Schneckenhäuschen finden
- Bei Buchseite auf der der Kohl immer näher kommt: „Kohl“ (aus Papier, Stoff, Karton oder ein eingepackter Ball?) an durchsichtiger Schnur heranziehen, so dass er immer näherkommt
- Spiel:
Wie schwer ist wohl ein Schneckenhaus?
Nacheinander kauern sich die Kinder auf den Boden.
Beim 1. Kind „Ist das Schneckenhaus so schwer wie 1 Buch?“ -> 1 Buch auf den Rücken legen und fragen: „Ist das schwer?“ -> „Nein!“
Beim 2. Kind 2 Bücher auf den Rücken legen und fragen: „Ist das schwer?“ -> „Nein!“
usw. bis viele Bücher auf dem Rücken gestapelt sind und es irgendwann schwer wird wie ein Schneckenhaus… - Ameisen-Fingerspiel:
Ameisen laufen hin und her,
(mit den Fingern über den ganzen Körper laufen)
Ameisen fällt das gar nicht schwer.
Ameisen laufen auf und ab,
Ameisen, die sind niemals schlapp.
Ameisen laufen rundherumg,
Ameisen fallen müde um.
(Hände auf die Oberschenkel legen)
Wir wünschen euch viel Freude beim Umsetzen und Ausprobieren und natürlich ganz schnecklich schöne Sommerferien.
Herzlich
Rahel, Marianne, Giusi, Kathrin, Sandra, Brigitte und Marlies
