Erinnerung aus unserer Kindheit – Bildwelten und Bücher

11. January 2026


Florian und Traktor Max / Binette Schroeder, Nord-Süd Verlag 4. Aufl. 1973 ISBN 3-85825-005-8
Aktuelle Auflage: NordSüd Verlag, 17. Aufl. 2019 ISBN ISBN: 978-3-314-01602-8

Florian und Traktor Max:

Ein Buch, das ich aus meiner Kindheit noch gut in Erinnerung habe, ist „Florian und Traktor Max“. Diese Geschichte mit ihren klaren Bildern und der Botschaft, wie wichtig Freundschaft und das Gefühl vom Gebrauchtwerden ist, hat mich als Kind sehr beeindruckt.

Die Geschichte:

Der Bauer Claas Claasen und sein alter Schimmel Florian pflügen die Felder. Der Bauer stellt fest, dass sie beide alt geworden sind und die Arbeit nicht mehr alleine machen können. Deshalb kommt der rote Traktor Max zu ihnen, um ihnen die Arbeit abzunehmen. Dieser arbeitet sehr fleissig, fährt am Abend in die Scheune und dreht sich zur Wand. Florian, der geglaubt hat, in Max einen Freund zu finden, ist nun sehr enttäuscht und gelangweilt, da der Traktor nichts von ihm wissen will. So vergeht das Jahr, bis Max im nächsten Frühling an einem sehr regnerischen Tag im Feld stecken bleibt. Nun wird die Hilfe von Florian benötigt, das Pferd zieht den Traktor aus dem Dreck. Seit diesem Tag sind die beiden Freunde, Florian begleitet Max auf dem Feld und am Abend stehen sie nebeneinander in der Scheune.

Szene aus dem Buch “Florian und Traktor Max” von Binette Schroeder

Das Buch ist noch immer lieferbar, meine Ausgabe ist die 4. Auflage von 1973. Und – sehr untypisch für mich: es hat Kritzeleien im Vorsatz. Normalerweise haben meine Schwester und ich die Bücher nicht „verziert“. Was diese bedeuten, kann ich nicht mehr nachvollziehen… Vielleicht ein Eignerzeichen, ein Exlibris? Oder eine Szene aus dem Buch, z.B. die Apfelernte?

Idee zum Buch:

Das Bewirtschaften der Felder kann gut als Massagegeschichte umgesetzt werden („Gärtnerle“): Auf dem Rücken des Kindes wird parallel zum Erzählen mit den Händen gezeichnet, getrommelt, zart oder stärker über den Rücken gefahren. Wenn die Hände gegeneinander gerieben werden und danach auf den Rücken gelegt werden, ist es, als ob die Sonne auf den Rücken scheint.

Es ist Winter, eine Schneedecke liegt über dem Feld, leise streicht der Wind darüber. Ein kleiner Hase hoppelt über das Feld.

Es wird Frühling und der Regen kommt und tropft auf die Erde. Der Schnee schmilzt. Nun fährt der Traktor Max übers Feld und pflügt Reihe um Reihe alles um. Danach wird in jeder Reihe Samen ausgelegt und die Erde darüber gedeckt. Die Sämlein warten nun in der Erde auf die Sonnenstrahlen.

Es wird Sommer und die Pflanzen beginnen zu wachsen, zwischendurch regnet es und danach scheint wieder die Sonne. Eine kleine Maus trippelt durch die Halme.

Es wird Herbst und die Erntezeit ist da: Der Traktor fährt wieder Reihe um Reihe durch das Feld und schneidet die Pflanzen, macht Haufen und der Bauer lädt diese mit der Heugabel auf den Wagen, der vom Traktor weggezogen wird. Über das Stoppelfeld galoppiert nun Florian, das Pferd. Zwischendurch hält er inne und knabbert an ein paar stehengebliebenen Halmen.

Der Herbstwind weht über das leere Feld und langsam wird es kälter. Es regnet, regnet stärker und stürmt.

Nun wird es wieder Winter, der Regen wandelt sich in Schnee, feine Flöckchen fallen auf die Erde und bedecken das Feld. Ein kleiner Hase hoppelt durch den Schnee…

Szene aus dem Buch “Florian und Traktor Max” von Binette Schroeder

Eveline Weigand