Gastköche in der Funkelsternküche

Adventskalender
3.12.2017

Gastköche in der Funkelsternküche

Heute sind Gastköche aus dem Dorf der Tiere in der Küche: Wolf und Henne zelebrieren eine Steinsuppe. Wolf packt seinen Suppenstein - ein dicker Flusskiesel aus dem Siebengebirge -aus dem Sack. Daneben kommt sein scharfes Messer auf den Tisch. Henne legt ihre obligaten Selleriestengel dazu, dann gackert sie los, um alle Anwesenden in der Hotelküche zu versammeln, denn jede und jeder soll eine Zutat bestimmen, so lautet die Suppenregel.
 
Himpelchen wählt  Knoblauchzehen, Pimpelchen zwei Zwiebeln, das weisse Kaninchen möchte Karotten haben und der Wolf hackt alles klein. Die Henne erhitzt Öl im Topf, schwitzt das Gemüse kräftig an, dann kommt Wasser dazu und der Wolf legt den Suppenstein hinein. 
 
Unterdessen hat der Funkelsternkoch seine Spezialzutaten zusammengesucht und gibt 
ein grosses Stück Ingwer, eine Hand voll Sternanis, Korianderkraut und einen Schluck Sojasauce in den Topf. 
 
Direktorin Kröte nestelt in ihrem Morgenmantelsack und lässt acht schwarze Schrumpfkugeln in die Brühe plumpsen, eines ihrer vielen Kochgeheimnisse: Dörrpflaumen in der Suppe und Dingsbums ist dir Schnuppe!
 
Während all dies auf kleiner Flamme köchelt, guckt Familie Maus vorbei und piepst: Bohnen!  Zitronen! Peterli! Lysander zeigt auf Champignons. 
 
Fünf Minuten vor dem Anrichten kommen nun die Mäusewünsche noch hinzu: Bohnen, abgefädelt und gedrittelt, der Saft der Zitrone. Dann wird gesalzen, gepfeffert und für die letzte Minute werden fein geschnittene Champignons und der kleingeschnittene Peterli mitgeköchelt.
 
Alle herbei zur wunderscharfsauren Funkelsternpilzsteinsuppe! gackert Henne und klopft an die Zimmertüren. Wolf stellt den Suppentopf auf die Bühne.
 
 
Es wurde ein langer Abend, jeder nahm noch zweimal nach, nur der Stein blieb übrig.
Nach dem Dessert erklang Walzermusik und zuletzt erzählten Wolf und Henne von ihrem ersten Steinsuppenabenteuer in einem kalten Winter vor vielen Jahren.
 
Barbara Schwarz
 
 
Steinsuppe von Anaïs Vaugelade, Moritz Verlag, 10. Auflage 2016
Die Suppe ist inspiriert von Yotam Ottolenghis Rezept in „Vegetarische Köstlichkeiten“.
Die Walzermusik stammt von Accordion Tribe aus dem Album see of reeds.